Gehirnfutter für Pioniergeister: Welche Rolle spielt Erfahrung beim Denken? Das ist die Fragestellung mit der wir uns in Raum #979 des Deep Talk Clubs unter dem Dachthema „Denken“ befassen. Höre selbst, welche Beispiele aufgegriffen wurden und welche Perspektiven im Dialog entstanden sind…

Transkription: 🇩🇪🇨🇭🇦🇹 #979 Denken & Erfahrung | Von Dr. Yasemin Yazan

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Einen wunderschönen guten Morgen wünsche ich. Heute setzen wir fort mit

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Denken und Erfahrung. Welche Rolle spielt Erfahrung beim Denken?

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Das ist die Frage, mit der wir uns heute intensiver befassen wollen und in diesem

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Sinne seid ihr ganz herzlich eingeladen mit dazu zu kommen und verschiedene

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Impulse, Gedanken, eigene Erfahrungswerte dazu mit reinzubringen.

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Nochmal kurz der Hinweis, dass wir den Raum aufzeichnen über die gesamte Zeit.

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Das heißt, wer mit dazu kommt, ist automatisch damit einverstanden, dass der Raum nicht nur

00:00:31.360 –> 00:00:34.280

aufgezeichnet, sondern dass das Ganze auch veröffentlicht wird.

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Und wir haben drei kleine Raumregeln.

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Einmal ein Profilfoto, auf dem ihr zu erkennen seid, Vor- und Nachname und mindestens einen

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Satz in der Bio.

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Und wer das aus irgendwelchen Gründen nicht möchte oder gerade nicht sprechen kann, kann

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natürlich auch heute wieder den Chat nutzen, um hier verschiedene Fragen, Gedanken mit

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reinzubringen.

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wir greifen das dann im Laufe der Zeit mit auf, sofern das noch nicht

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beantwortet ist, beziehungsweise ganz gut reinpasst.

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Ja und damit wollen wir die Runde heute eröffnen, „Denken und Erfahrungen“.

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Welche Rolle spielt Erfahrung beim Denken? Ich schalte mich mal kurz auf Stumm und

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schaue mal, wer mit mir heute Morgen wieder den Raum eröffnen mag.

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Einen wunderschönen guten Morgen, lieber Marc. Was sind deine Gedanken zum Thema?

00:01:21.520 –> 00:01:25.480

Guten Morgen in die Runde. Zunächst einmal würde ich mit einer Korrektur

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anfangen. Ich hatte gestern keine Gelegenheit mehr, mich zu korrigieren und

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zwar hatte die Sabine gesagt, ich hätte gut recherchiert und es ist der Eindruck

00:01:34.400 –> 00:01:38.320

entstanden, dass ich gesagt habe, 95 Prozent unseres Denkens besteht aus

00:01:38.320 –> 00:01:42.240

Glaubenssätzen. Da habe ich mich missverständlich ausgedrückt. Ich

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wollte sagen, 95 Prozent dessen, was wir tun, findet im Unterbewussten statt. In

00:01:48.200 –> 00:01:51.040

wiefern und wie viel da Glaubenssätze eine Rolle spielen, habe ich nicht

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recherchiert, aber mir ist das wichtig, auf solche Kleinigkeiten zu achten, weil mir

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dasselbe auch passiert, dass wir Worte falsch definieren und falsch besetzen.

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Also ich habe nicht recherchiert, dass 95 Prozent unseres Denkens aus

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Glaubenssätzen besteht, sondern einfach nur, dass 95 Prozent im Unterbewussten

00:02:04.960 –> 00:02:08.160

stattfindet. Aber auch da, liebe Yasemina, hast du ja gestern gesagt, mit den

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Prozentzahlen ist das so eine Sache, da kommt es auch eigentlich nicht darauf an,

00:02:11.560 –> 00:02:14.760

ob es jetzt 90 sind oder 95, sondern einfach nur mal mit der

00:02:14.760 –> 00:02:19.120

Bewusstseinmachung. Und ich würde gern auch mit der Wiederholung anfangen. Ich

00:02:19.120 –> 00:02:24.720

Ich habe von Gerald Hüther, dem deutschen Neurobiologen, in der letzten Woche ein ganz, ganz tolles Interview gehört.

00:02:24.720 –> 00:02:30.920

Und das passt zu dem Spruch, den ich immer sage, und zwar „Wir sehen, was wir wollen“.

00:02:30.920 –> 00:02:35.520

Und er hat es einfach noch schöner formuliert, so wie du das auch immer wieder hinbekommst, Lieb Yasemin.

00:02:35.520 –> 00:02:38.720

Die Welt steht uns nicht einfach gegenüber.

00:02:38.720 –> 00:02:45.120

Sie entsteht in unserem Bewusstsein und durch unser Bewusstsein, durch die Perspektive, die wir wählen.

00:02:45.120 –> 00:02:49.240

Und insofern hat das ja auch wieder was mit Denken und Erfahrung zu tun.

00:02:49.240 –> 00:02:50.960

Das war erst mal der Anfang.

00:02:50.960 –> 00:02:55.240

Ja, wunderbar. Vielen, vielen Dank.

00:02:55.240 –> 00:02:57.720

Und auch für die Korrektur insbesondere.

00:02:57.720 –> 00:03:00.800

Und du hast es ja auch noch mal gesagt.

00:03:00.800 –> 00:03:04.240

Also ich denke, wichtig ist an dem Zusammenhang, sich gar nicht an diesen

00:03:04.240 –> 00:03:08.200

einzelnen Werten sozusagen festzuhalten, sondern

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tatsächlich einfach nur noch mal stützend aufzugreifen,

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dass ein gewisser Anteil eben auch aus diesen Glaubenssätzen sozusagen entsteht.

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Und das passt ja dann auch ganz gut wieder zu dem heutigen Thema

00:03:25.560 –> 00:03:29.120

in Bezug auf das, was du angeknüpft hast direkt,

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dass unsere Welt, unsere Wahrnehmung sozusagen in unserem Bewusstsein entsteht.

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Also das dockt sozusagen an verschiedene Aspekte an.

00:03:38.720 –> 00:03:42.400

Und ein Aspekt davon sind eben die Erfahrungswerte,

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die wir gemacht haben über die Zeit. Also auf der einen Seite haben wir gestern über

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Glaubenssätze gesprochen, heute geht es dann um diesen Aspekt der eigenen Erfahrungen,

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die wir machen und welche Rolle das eben in diesem Zusammenhang spielt. Und daraus formen

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wir sozusagen quasi das Bild der Welt, in der wir leben, die Wahrnehmung, in der wir uns bewegen.

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Und insofern finde ich das total spannend. Hast du da konkrete Beispiele, Gedanken,

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nochmal verschiedene Aspekte, wo du nochmal anknüpfen magst, lieber Marc?

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Ja, ich möchte, ich weiß nicht, ob das in diese Tage schon mal gefallen ist. Ich

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würde gerne, wir haben ja über das Denken gesprochen und ich würde gerne einen

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Begriff mit einbringen, der für mich persönlich, für mich persönlich ganz,

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ganz wichtig dabei ist und zwar das analytische und das kritische Denken.

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Wir sagen ja auch immer das Hinterfragen oder das analytische und kritische

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denken, denn mir ging gestern durch den Kopf, Erfahrung beeinflussen ja unser

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Denken und wenn Erfahrung unser Denken beeinflussen, beeinflussen ja auch

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Erfahrung unsere Glaubenssätze auf die Dauer und wenn wir jetzt mit Menschen

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zusammen sind, das fängt an mit Nachrichten, die wir gucken, wenn wir uns mit Menschen

00:04:50.400 –> 00:04:55.360

begeben, die nur negativ eingestellt aus bestimmten Gründen, dann denken wir

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vielleicht auch mal negativ und ich habe euch ja gesagt, dass es einen Zeitpunkt

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meines Lebens gab, in dem so alles schief ging, wirklich alles zu 100 Prozent, wo ich

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dann auch den Entschluss gefasst habe, auch die Gruppe der Menschen zu wechseln,

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also einen komplett anderen Ort zu wählen. Nicht, weil das nicht liebe Menschen war.

00:05:11.280 –> 00:05:15.680

Wir haben immer noch Kontakt und ich mag die. Aber ich habe versucht, mein Gehirn

00:05:15.680 –> 00:05:20.160

neu zu programmieren. Da gehören Sinneseindrücke dazu. Da gehört komplettes Neulernen dazu.

00:05:20.160 –> 00:05:23.840

Ich habe also ein komplett neues Leben angefangen und war dankbar, dass ich das

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machen durfte und konnte und habe dieses neue Leben dann auch mich entschieden,

00:05:28.160 –> 00:05:32.560

in einer neuen Stadt anzufangen. Denn wenn ich mich in der gleichen Umgebung

00:05:32.560 –> 00:05:36.240

befinde, also in der gleichen Bubble, mache ich ja auch immer nur die gleichen Erfahrungen.

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Und ich kann nur neue Erfahrungen machen und neu denken, wenn ich neue Menschen kennenlerne,

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wenn ich gezwungen bin und will. Gezwungen ist das falsche Wort. Aber wenn ich einfach neue Impulse

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kriege, ich kenne diese Impulse im Vorhinein nicht. Also ich lasse das auch ein bisschen

00:05:50.000 –> 00:05:54.680

auf mich zukommen. Und diese Erfahrungen, die führen ja, das Thema hatten wir auch schon,

00:05:54.680 –> 00:05:59.040

auf diese Erfahrungen führen natürlich auch dazu, je nachdem in welcher Bubble wir uns bewegen,

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dass wir entweder ausländerfreundlich sind oder feindlich.

00:06:02.760 –> 00:06:05.880

Wenn man Eltern hat wie ich, meine Mutter, die ist in Budapest geboren,

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dann ist man grundsätzlich sehr viel offener.

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Ich habe ein Jahr in London gelebt und ich liebe es, wenn ich in der U-Bahn,

00:06:11.840 –> 00:06:14.680

ich vermisse das so sehr, wenn ich in der U-Bahn Multikulti sehe.

00:06:14.680 –> 00:06:18.280

Chinesen, Afrikaner, Amerikaner, Australier, ich weiß nicht was.

00:06:18.280 –> 00:06:21.520

Es ist ein Pulk von unterschiedlichen Menschen.

00:06:21.520 –> 00:06:24.920

Ich bekomme Sinnesdurchflutung und habe ein lachendes Gesicht.

00:06:24.920 –> 00:06:29.000

In Köln oder in Hürth, wo ich wohne, da fällt dann schon mal jemand auf.

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wenn er anders gekleidet ist. Das passiert in London nicht. Den Unterschied stelle ich dann auch

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angefasst. In Köln, in Hürth, ist jemand, der dann wirklich mit dem afrikanischen, was weiß ich nicht,

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nicht Huch, sondern die sind ja manchmal sehr sehr bunt mit Blumen gekleidet. Wenn der an mir

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vorbei geht, drehe ich mich um, weil das ist dann so wie ein Einhorn in Hürth. In London fällt mir

00:06:48.560 –> 00:06:52.800

das nicht auf, weil ich nur Einhorner sehe. Und das macht diese Stadt für mich so, für mich

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persönlich auch so aufregend und toll. Und ja, Erfahrung beeinflusst unser Denken.

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Und darum, um das zusammenfassend noch mal zu sagen, können wir ja auch

00:07:02.440 –> 00:07:04.380

steuern, welche Erfahrungen wir machen wollen.

00:07:04.380 –> 00:07:07.140

Erfahrung ist ja nicht ein Zufall, sondern wir können ja selber auch

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steuern, welche Erfahrung möchte ich machen und bin ich bereit, mich neuen

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Dingen zu öffnen. Ja, vielen lieben Dank und es ist ein

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ganz großartiger Punkt, den du ansprichst, nämlich Erfahrungen zu

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steuern und dadurch dann auch Einfluss auf das Denken zu nehmen.

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Und hier gibt es eben zwei Aspekte. Du hast ja auch einleitend mit den

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Glaubenssätzen sozusagen angefangen. Das heißt, es geht in beide Richtungen.

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Also auf der einen Seite kann ich sozusagen die Glaubenssätze spielen eine Rolle,

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dass ich auch, wenn ich neue Erfahrungen oder wiederholte Erfahrungen auf irgendeine

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Art und Weise mache, hatten wir gestern kurz aufgegriffen, dass das dazu führen

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kann, dass obwohl ich die Erfahrung eine andere Erfahrung mache, aufgrund der Glaubenssätze

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sozusagen das nicht dazu beiträgt, dass sich hier was im Denken unbedingt verändert, sondern

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dass sich das zum Beispiel als Ausnahme wahrgenommen wird, auch wenn das häufiger vorkommt, weil

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der Grund liegende Glaubenssatz dahinter eben etwas anderes aussagt.

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Und auf der anderen Seite, und das ist der Aspekt, den du jetzt gerade auch nochmal

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angesprochen hast, wenn ich das weiß und hier eben steuernd einwirke, dann habe ich

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durchaus die Möglichkeit, dann eben zum Beispiel zu überprüfen oder hier anders zu agieren.

00:08:31.080 –> 00:08:38.960

Und gerade bei solchen Aspekten wie zum Beispiel, wenn wir Angst vor etwas haben, das beste

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gegen Angst vor etwas ist, durch die Angst hindurchzugehen, so heißt es so schön. Das

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heißt, das kann zum Beispiel auch ein traumatisches Erlebnis sein oder ähnliches. Also sagen wir mal,

00:08:50.760 –> 00:08:56.560

man hat irgendwie, keine Ahnung, man ist eine ganze Weile lang ohne Autounfall durch die Gegend

00:08:56.560 –> 00:09:01.760

gefahren und hat dann plötzlich einen Autounfall, einen größeren gehabt und dann traut man sich

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nicht mehr so richtig irgendwie ins Auto rein und dann hat man eine Negativerfahrung gemacht. Und

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Und wenn man zu lange wartet, dann wird das immer größer und auch in der Wahrnehmung

00:09:12.480 –> 00:09:13.680

aufgebauscht sozusagen.

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Wenn man aber sich relativ schnell wieder ins Auto setzt und relativ schnell durch

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diese Angst hindurchgeht und wieder positive Erfahrungen sammelt, dann verlernt man quasi

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nicht das, was man da als Negativerfahrung gemacht hat, ist aber in der Lage, dadurch

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sozusagen wieder positive Erfahrungen, mit den positiven Erfahrungen das Erlebnis zu

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überlagern und dadurch wieder diese Angst abzubauen beispielsweise.

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Und insofern, das ist jetzt nur mal ein Beispiel, ich habe das jetzt mal aus dem Verkehr herausgegriffen,

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das kann auch sowas wie Redeangst sein oder Sonstiges, aber an ganz vielen Stellen, wo

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wir gewisse Zusammenhänge erkennen und dann haben wir die Möglichkeit hier tatsächlich

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auch positive Erfahrungen zu machen, um über positive neue Erfahrungen, die wir

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machen, auch wieder Einfluss auf das Denken zu nehmen und dann auch auf das

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Verhalten darüber. Marc, magst du hier nochmal andocken?

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Ja, und zwar sehr gerne. Erfahrungen bekommen wir auch, also wo bekommen wir

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Erfahrungen her? Erfahrungen beziehen sich auf Erlebnisse, Begegnungen und

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Personen, die uns begegnen. Und mein Hauptpunkt, der Erfahrung, einer der

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größten Punkte, wo ich Erfahrung ziehe, sind auf Reisen. Viele unterfahren ja an Urlaub. Ich benutze

00:10:30.600 –> 00:10:34.320

das Wort Urlaub, gibt es bei mir nicht. Für mich ist das eine Erlebnisreise und eine Erfahrungsreise.

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Und ich freue mich, liebe Yasemin, wenn wir das Thema bekommen, Denken und Kreativität. Ich behaupte

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einfach mal für mich, dass es schwer ist kreativ zu sein, als kreative Person, jetzt wenn ich etwas

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herstelle, also im Modebereich, im Fashionbereich oder sonst wo. Wenn ich nicht reise, wenn ich nur

00:10:50.280 –> 00:10:54.480

in meinem Büro bleibe, dann brauche ich schon eine wahnsinnige Fantasie, wie Kamal die vielleicht gehabt

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Aber für mich, die Erfahrung, die erfahre ich auf Reisen, indem ich die Augen auf habe und indem ich wirklich Dinge sehe,

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also branchenneutral Dinge beobachte, wo ich denke, wow, das hast du so noch nicht gesehen.

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Und das bedeutet auch wieder eine Offenheit.

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Und Urlaub oder Reisen bedeutet nicht, mich auf ein warmes Wetter zu freuen.

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Warmes Wetter haben wir mittlerweile auch in Deutschland oder ein gutes Essen.

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Gutes Essen bekomme ich auch in Deutschland.

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Sondern wirklich mit offenen Augen, wie ein Kind, Impulse zusammen.

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und nicht nur branchenspezifisch zu gucken, sondern ich finde das total

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spannend, wie einzelne Branchen sich verändern. Aber das wird dann so ein Raum,

00:11:29.480 –> 00:11:32.400

ich habe das auch schon vorbereitet, ich freue mich total auf den Raum, wenn wir

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zum Thema Denken und Kreativität kommen, weil Reisen ist ein ganz besonderes

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Geschenk und Erlebnis und Reisen haben auch dazu geführt, dass ich Corona

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überlebt habe, denn wenn ich nicht gereist hätte, hätte ich viele Sachen in

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Großbritannien nicht gesehen und ich weiß nicht, ob ich das Corona ja durch

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die Erfahrung nicht in London gemacht habe, ohne die London-Reise überlebt hätte, weil

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ich da zum Beispiel neue Produkte gefunden habe.

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Ja, zu dem Aspekt kreatives Denken kommen wir auf jeden Fall nochmal separat.

00:12:05.120 –> 00:12:09.120

Im Bezug auf die Erfahrung, die Beispiele, die du jetzt aufgegriffen hast, sowas wie

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Reisen, das macht ja dann auch deutlich, dass die Vielfältigkeit an Erfahrung auch

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eine Rolle spielt beim Denken oder beim Einfluss haben auf das Denken sozusagen.

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Das heißt, ich kann ja durchaus Erfahrungen in bestimmten Bereichen und viel davon haben

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oder eben auch vielfältig Erfahrung haben in unterschiedlichen Bereichen.

00:12:30.840 –> 00:12:40.320

Wenn wir auch nochmal daran andocken, dass gerade in Bezug auf unser neuronales Netzwerk

00:12:40.320 –> 00:12:48.600

das ja auch eine ganz wesentliche Rolle spielt, sowohl bei dem, wie alt wir werden, wie mental

00:12:48.600 –> 00:12:54.440

fit wir bleiben und so weiter, je besser dieses neuronale Netzwerk eben auch ausgeprägt

00:12:54.440 –> 00:12:58.540

ist sozusagen und dass es auch was damit zu tun hat, wie viel wir in verschiedenen Bereichen

00:12:58.540 –> 00:13:06.640

lernen und wie wir dieses neuronale Netzwerk sozusagen auch wieder aktivieren, also dafür

00:13:06.640 –> 00:13:14.260

sorgen, dass sozusagen die Stränge auch verlängert bleiben und sich nicht ab 24 Stunden wieder

00:13:14.260 –> 00:13:18.280

verkürzen. Dann wird hier auch nochmal deutlich, auch hier in diesem Zusammenhang, dass es

00:13:18.280 –> 00:13:23.760

auch bei der Erfahrung wieder eine Rolle spielt, dieses neuronale Netzwerk. Das heißt, je

00:13:23.760 –> 00:13:29.720

mehr wir das Netzwerk vergrößern in verschiedene Richtungen durch unterschiedliche Erfahrungswerte,

00:13:29.720 –> 00:13:35.120

die wir haben, in verschiedenen Feldern und Bereichen, desto mehr können wir dann natürlich

00:13:35.120 –> 00:13:40.960

auch in Anführungsstrichen bei diesem Denken auch darauf zurückgreifen.

00:13:40.960 –> 00:13:45.720

Und da haben wir wieder dieses Stichwort, was ich gerne nochmal aufgreifen möchte,

00:13:45.720 –> 00:13:46.720

Horizont erweitern.

00:13:46.720 –> 00:13:52.080

Das Denken war ja das, worüber wir unter anderem auch gestern gesprochen hatten, dass

00:13:52.080 –> 00:13:58.000

wenn ich eben in meinem Horizont bleibe, in meinem eigenen, in meiner eigenen Bubble, dann

00:13:58.000 –> 00:14:02.760

wird es halt auch schwierig, da ein Stück weit auch nach außen sozusagen die Fäden

00:14:02.760 –> 00:14:06.120

zu spinnen sozusagen und irgendwo andocken zu können.

00:14:06.120 –> 00:14:09.040

Das heißt, dass bei der Erfahrung dann letztendlich auch,

00:14:09.040 –> 00:14:12.400

dass eine ganz wesentliche Rolle spielt, dass ich versuche,

00:14:12.400 –> 00:14:16.160

nicht nur in meinem Gebiet, in dem ich mich gut auskenne,

00:14:16.160 –> 00:14:18.400

wo ich bisher vielleicht auch Erfahrungen gemacht habe,

00:14:18.400 –> 00:14:21.080

sondern diese Erfahrungen auch zu erweitern,

00:14:21.080 –> 00:14:26.120

um auch meinen Horizont des Denkens erweitern zu können.

00:14:26.120 –> 00:14:27.320

Was sagst du denn dazu, Marc?

00:14:27.320 –> 00:14:31.440

Ja, dem stimme ich dir hundertprozentig zu.

00:14:31.440 –> 00:14:34.080

und ich würde gern, weil mich das gerade aktuell beschäftigt,

00:14:34.080 –> 00:14:36.720

da bitte ich auch zu entschuldigen, es passt aber zu unserem Thema.

00:14:36.720 –> 00:14:40.480

Du hast gerade neuronales Netzwerk aktivieren angesprochen.

00:14:40.480 –> 00:14:44.160

Und mein Vater, der ist gerade sehr, sehr stark von Demenz betroffen.

00:14:44.160 –> 00:14:47.760

Und mein Vater hat in seinem Beruf alles erreicht, was man erreichen kann.

00:14:47.760 –> 00:14:51.440

Ich persönlich für mich habe mit dem Wort Workaholic ein Problem.

00:14:51.440 –> 00:14:54.760

Also wenn das nur Arbeit gibt und ich kann euch auch sagen, warum.

00:14:54.760 –> 00:14:57.240

Es gibt, das sind auch nur Annahmen.

00:14:57.240 –> 00:14:58.240

Es sind immer nur Annahmen.

00:14:58.240 –> 00:15:02.560

Ich habe mehrere Menschen beobachtet, die so viel Zeit in ihre Arbeit investiert haben,

00:15:02.560 –> 00:15:07.480

so viel Zeit, meine ich auch das Wochenende, 24 Stunden, 22 Stunden durchgearbeitet, und

00:15:07.480 –> 00:15:13.000

die dann im Rentenalter sämtliche Grundlagen, Lebensgrundlagen entzogen bekommen haben.

00:15:13.000 –> 00:15:17.560

Und mein Vater ist ein unglaublich intelligenter Mann, dem ich sehr, sehr viel zu verdanken

00:15:17.560 –> 00:15:18.560

habe.

00:15:18.560 –> 00:15:22.560

Und gleichzeitig hat er sich nicht im privaten Bereich, also hat es nicht geschafft, ein

00:15:22.560 –> 00:15:26.840

anderes Netzwerk aufzubauen, hat es nicht geschafft, sich für andere Dinge zu entziehen.

00:15:26.840 –> 00:15:30.320

Ich habe sehr, sehr viel beobachtet, auch bei Leuten, die in einer ähnlichen Situation waren,

00:15:30.320 –> 00:15:32.920

dass wenn man die Einstellung hat, alle anderen sind doof.

00:15:32.920 –> 00:15:35.720

Das ist jetzt nicht arrogant gemeint, sondern mich interessieren keine Nachrichten,

00:15:35.720 –> 00:15:38.600

mich interessieren keine Bücher, mich interessiert eigentlich gar nichts mehr.

00:15:38.600 –> 00:15:40.320

Arbeit weg, Lebensgrundlage weg.

00:15:40.320 –> 00:15:44.920

Und da habe ich für mich auch angefangen, da ich auch ein Einzelgänger bin, mehr oder weniger,

00:15:44.920 –> 00:15:48.520

das glaubt man vielleicht nicht, aber meine einzigen sozialen Kontakte,

00:15:48.520 –> 00:15:52.000

außer zu meiner Partnerin und zu meinen Kunden, das ist hier Klapphaus.

00:15:52.000 –> 00:15:54.800

Und ich werde mich wirklich zwingen und tue das auch,

00:15:54.800 –> 00:16:02.800

[kein Ton]

00:16:02.800 –> 00:16:07.800

Kannst du das nochmal wiederholen, lieber Marc? Du warst gerade nicht mehr zu hören.

00:16:07.800 –> 00:16:10.800

Ich werde mich zwingen, das war das Letzte, was wir noch gehört haben.

00:16:10.800 –> 00:16:14.800

Ich bemühe mich, ich muss mich wirklich bemühen. Ich bin Einzelgänger, ich muss mich wirklich bemühen.

00:16:14.800 –> 00:16:18.800

Ich vergesse jetzt keine Geburtstage mehr. Ich telefoniere mit anderen Menschen.

00:16:18.800 –> 00:16:22.800

Das hat keinen beruflichen Hintergrund, sondern einfach nur, ich will andere Geschichten hören,

00:16:22.800 –> 00:16:24.680

Ich will andere Impulse bekommen.

00:16:24.680 –> 00:16:26.480

Ich will andere Erfahrungen haben.

00:16:26.480 –> 00:16:28.960

Und der Hauptgrund ist, dass ich festgestellt habe,

00:16:28.960 –> 00:16:31.960

wenn man ein Workaholic ist, wenn der Beruf entzogen wird,

00:16:31.960 –> 00:16:34.000

wenn die Arbeitswelt einmal wegbricht,

00:16:34.000 –> 00:16:37.000

gibt es keinen Grund mehr, mit diesen Menschen zu sprechen,

00:16:37.000 –> 00:16:39.400

weil es keine gemeinsame Grundlage mehr gibt.

00:16:39.400 –> 00:16:41.960

Und für mich gehört jetzt, für mich persönlich,

00:16:41.960 –> 00:16:45.000

zur Gedankenhygiene auch dazu, dass ich einen Yasmin kenne,

00:16:45.000 –> 00:16:47.560

Kontakt zu einer Sabine habe und zu einem Jürgen,

00:16:47.560 –> 00:16:50.480

mit dem ich über ganz andere Dinge sprechen möchte.

00:16:50.640 –> 00:16:54.440

Denn ich möchte nicht in die Situation kommen, dass ich irgendwann mal sage,

00:16:54.440 –> 00:16:56.480

ich arbeite nicht mehr, ich mache nichts mehr.

00:16:56.480 –> 00:16:58.840

Was mache ich jetzt den ganzen Tag? Ich habe niemanden mehr.

00:16:58.840 –> 00:17:00.240

Ich kann mich nicht austauschen.

00:17:00.240 –> 00:17:02.760

Und das, was du gesagt hast, dieses neuronale Netzwerk,

00:17:02.760 –> 00:17:06.000

das wird aktiviert durch ganz, ganz verschiedene Impulse.

00:17:06.000 –> 00:17:08.240

Und ich habe diese Woche schon mal gesagt,

00:17:08.240 –> 00:17:10.000

der Mensch ist keine Insel.

00:17:10.000 –> 00:17:12.640

Aber damit das so ist, muss man auch dafür was tun.

00:17:12.640 –> 00:17:14.000

Das fällt einem manchmal schwer.

00:17:14.000 –> 00:17:16.560

Aber mir tun diese sozialen Kontakte mit euch

00:17:16.560 –> 00:17:18.440

und auch durch dieses Bemühen.

00:17:18.600 –> 00:17:22.940

Es ist ja kein Zwang, mir macht das ja Spaß, aber dieses Bewusstmachen, dass der Mensch

00:17:22.940 –> 00:17:27.060

keine Insel ist und dass man dafür etwas tun muss, das hilft mir sehr und hinterlässt

00:17:27.060 –> 00:17:29.900

dann jedes Mal nach einem Kontakt auch ein sehr, sehr gutes Gefühl bei mir.

00:17:29.900 –> 00:17:36.900

Ja, wunderbar. Vielen, vielen lieben Dank. Und ich möchte gerne die Gelegenheit nochmal nutzen,

00:17:36.900 –> 00:17:40.260

auch die anderen mit dazu einzuladen, damit wir vielleicht auch verschiedene,

00:17:40.260 –> 00:17:44.980

weitere verschiedene Perspektiven dazu bekommen. Also Denken und Erfahrung,

00:17:44.980 –> 00:17:48.300

welche Rolle spielt Erfahrung beim Denken, ist die Fragestellung, mit der wir uns heute

00:17:48.300 –> 00:17:53.260

beschäftigen und je mehr von euch mit dazukommen, desto mehr Perspektiven haben

00:17:53.260 –> 00:17:57.900

wir auch. Vielleicht habt ihr weitere Beispiele, weitere Erfahrungen, die ihr

00:17:57.900 –> 00:18:00.940

selbst gemacht habt in diesem Zusammenhang oder andere Gedankengänge

00:18:00.940 –> 00:18:04.700

beziehungsweise auch Aspekte, wo ihr vielleicht möglicherweise gewisse Dinge

00:18:04.700 –> 00:18:09.140

auch anders seht, also durchaus auch neue, andere Perspektiven aufzumachen auf das

00:18:09.140 –> 00:18:13.100

Thema. Und ich möchte kurz noch mal wiederholen, dass wir den Raum aufzeichnen

00:18:13.100 –> 00:18:16.820

über die gesamte Zeit und das Ganze auch veröffentlicht wird, das heißt, wer da mit

00:18:16.820 –> 00:18:19.060

dazu kommt, ist automatisch damit einverstanden.

00:18:19.060 –> 00:18:22.520

Dann haben wir drei kleine Raumregeln. Einmal ein Profilfoto, auf dem ihr klar

00:18:22.520 –> 00:18:26.380

zu erkennen seid, vor und nach Namen und mindestens ein Satz in der Bio. Und wer

00:18:26.380 –> 00:18:29.260

das aus irgendwelchen Gründen nicht möchte oder gerade nicht sprechen kann,

00:18:29.260 –> 00:18:33.100

kann auch gerne über den Chat einfach ein paar Gedanken noch mit reingeben oder

00:18:33.100 –> 00:18:36.380

auch Fragestellungen. Sabine, einen wunderschönen guten Morgen. Was sind denn

00:18:36.380 –> 00:18:39.460

deine Gedanken zum Thema?

00:18:44.180 –> 00:18:47.180

Du bist… Hört ihr mich? Jetzt hören wir dich, ja.

00:18:47.180 –> 00:18:50.680

Genau, bei mir war gerade… Ich musste gerade noch aus dem WLAN rausgehen,

00:18:50.680 –> 00:18:53.680

weil hier war gerade bei euch eine Unterbrechung.

00:18:53.680 –> 00:18:58.680

Ja, vielen Dank, Marc. Du hast mich jetzt erstmal kurz auf die Bühne gezogen.

00:18:58.680 –> 00:19:01.180

Ich kann allerdings nicht lange, weil ich um halb neun einen Termin habe,

00:19:01.180 –> 00:19:02.180

aber mir…

00:19:02.180 –> 00:19:05.180

…erstmal kurz Recht zu geben.

00:19:05.180 –> 00:19:07.180

Ich gebe Idee da sehr viel Recht,

00:19:07.180 –> 00:19:11.180

dass man sich auch ab und zu einfach so ein bisschen in den Hintern treten muss,

00:19:11.180 –> 00:19:13.180

aus seiner eigenen Bubble rauszugehen.

00:19:13.180 –> 00:19:15.380

und hinterher ist man eigentlich recht überrascht,

00:19:15.380 –> 00:19:18.420

dass man positiv inspiriert wurde.

00:19:18.420 –> 00:19:21.540

Genau diese Erfahrung kann ich jetzt zum Beispiel sagen

00:19:21.540 –> 00:19:23.140

mit unserem Gastschüler.

00:19:23.140 –> 00:19:27.820

Ich bin hier sehr negativ von der Familie angegangen worden,

00:19:27.820 –> 00:19:30.660

wie ich auf die Idee komme, jetzt für ein Jahr ein Kind zu nehmen.

00:19:30.660 –> 00:19:33.860

Ihr habt doch genug zu tun, ihr seid doch viel unterwegs.

00:19:33.860 –> 00:19:36.820

Warum wollt ihr euch so was ans Bein binden?

00:19:36.820 –> 00:19:40.180

Und ich hab dann gesagt, ich will einfach was zurückgeben.

00:19:40.180 –> 00:19:41.660

Ist okay, ich mach das.

00:19:41.820 –> 00:19:45.740

Dann wurde ich gehänselt in der Richtung, du und dein Gastschüler,

00:19:45.740 –> 00:19:48.220

guck mal, dass du da keinen Ganztagesplan machst.

00:19:48.220 –> 00:19:50.620

Jetzt ist er seit zwei Wochen bei uns.

00:19:50.620 –> 00:19:52.660

Na ja, mit dem Deutsch, das klappt noch nicht so ganz.

00:19:52.660 –> 00:19:54.940

Wir haben hier im Moment so ein Deutsch-Englisch-Gemisch.

00:19:54.940 –> 00:19:58.300

Wir haben jeden Tag neue kulturelle Überraschungen,

00:19:58.300 –> 00:19:59.820

ob es das Essen angeht.

00:19:59.820 –> 00:20:04.060

Wir haben aber auch die Erfahrung gemacht, kommuniziert richtig,

00:20:04.060 –> 00:20:05.780

dann kriegst du auch die richtige Antwort,

00:20:05.780 –> 00:20:08.580

weil man einfach von den eigenen Kindern unterstellt,

00:20:08.580 –> 00:20:11.780

wenn ich den Brocken hinwerfe, dann verstehen die auch, was ich meine.

00:20:11.780 –> 00:20:19.420

Das ist auch nicht das. Jetzt fehlt nur noch so ein bisschen der letzte Schritt, aber ich glaube, Yasemin, du hast den dann sowieso noch geplant.

00:20:19.420 –> 00:20:22.460

Man muss auch aus der Erfahrung dann ins Tun kommen.

00:20:22.460 –> 00:20:32.060

Ja, klasse Thema. Ich habe mir gerade jetzt noch überlegt, kann ich eigentlich denken ohne Erfahrung?

00:20:32.060 –> 00:20:37.020

Muss ich nicht immer irgendeine Erfahrung machen, um weiterzudenken?

00:20:37.020 –> 00:20:43.820

so klein die Erfahrung auch sein mag. Aber ich denke, dass das beides fast

00:20:43.820 –> 00:20:50.020

miteinander verwachsen ist. Eine wunderbare Fragestellung, vielen,

00:20:50.020 –> 00:20:55.180

vielen lieben Dank. Ja, auf ein schönes Beispiel mit dem Schüler, mit dem

00:20:55.180 –> 00:20:59.780

Gastschüler an der Stelle eben auch dieses sich vielleicht auch selbst immer

00:20:59.780 –> 00:21:03.780

wieder mal zu überwinden oder auch sich selbst mal die Frage zu stellen, was

00:21:03.780 –> 00:21:07.740

was wäre denn vielleicht auch etwas, wo ich neue Erfahrungen sammeln kann?

00:21:07.740 –> 00:21:13.380

Und da sind wir ja dann auch in der Umsetzung dann auch direkt beim Tun oder Handeln entsprechend.

00:21:13.380 –> 00:21:19.020

Auf dieses Dachthema kommen wir noch und da gucken wir uns das dann auch noch mal genauer an.

00:21:19.020 –> 00:21:25.220

Und für heute jetzt erstmal wirklich ausschließlich Denken und Erfahrung sozusagen.

00:21:25.220 –> 00:21:30.020

Und wir knüpfen immer jetzt schon auch an verschiedene Stellen an, finde ich wunderbar an der Stelle.

00:21:30.020 –> 00:21:34.460

Und ja, Marc, die Frage mag ich gerne mal an dich weitergeben.

00:21:34.460 –> 00:21:36.780

Kann ich eigentlich denken ohne Erfahrung,

00:21:36.780 –> 00:21:39.660

auch wenn sie vielleicht noch so klein sein mag?

00:21:39.660 –> 00:21:41.260

Was sagst du denn dazu?

00:21:41.260 –> 00:21:45.420

Ich denke, ich denke mal, ich sage wieder mal einen Spruch,

00:21:45.420 –> 00:21:46.620

wir sehen, was wir wollen.

00:21:46.620 –> 00:21:48.100

Ich kann denken ohne Erfahrung.

00:21:48.100 –> 00:21:50.140

Gleichzeitig ist die Erfahrung wichtig,

00:21:50.140 –> 00:21:51.740

weil die Erfahrung uns ja auch hilft.

00:21:51.740 –> 00:21:54.020

Die Erfahrung fördert ja auch das Bauchgefühl.

00:21:54.020 –> 00:21:56.540

Und ich zitiere mal den Andreas Wollermann

00:21:56.540 –> 00:21:58.300

und habe ein weiteres Beispiel mitgebracht

00:21:58.300 –> 00:21:59.500

mit einem schmunzelnden Gesicht.

00:21:59.500 –> 00:22:04.060

Wenn wir Entscheidungen für die Zukunft mit der Erfahrung der Vergangenheit treffen,

00:22:04.060 –> 00:22:06.300

die wir ja gemacht haben, das wäre dann unser Bauchgefühl,

00:22:06.300 –> 00:22:09.300

haben wir genau eine der Situationen, wie wir sie jetzt haben,

00:22:09.300 –> 00:22:14.700

weil die Generation, die jetzt Oma und Opa werden, das sind nämlich meine Eltern,

00:22:14.700 –> 00:22:18.580

die haben die Erfahrung gemacht, Junge, lern viel, so soll ich das machen.

00:22:18.580 –> 00:22:20.380

Wenn du lernst, kannst du studieren.

00:22:20.380 –> 00:22:22.900

Und wenn du studierst, kannst du zu einer großen Firma gehen.

00:22:22.900 –> 00:22:26.020

Und wenn du zu einer großen Firma gehst, dann kannst du immer viel Geld verdienen,

00:22:26.020 –> 00:22:28.300

kannst dir ein Haus kaufen, kannst für immer an deinem Ort bleiben

00:22:28.300 –> 00:22:30.740

dann kann sie ein gutes Leben haben. Das passt alles nicht mehr.

00:22:30.740 –> 00:22:34.180

Dieses Erfahrungsmodell bricht gerade zusammen. Die großen Firmen gehen vielleicht

00:22:34.180 –> 00:22:37.460

weg und wir hatten das Thema ja schon mal, nur mal als Beispiel, wenn man das

00:22:37.460 –> 00:22:41.460

auch die Erfahrung unserer Eltern, wenn wir an unsere Kinder weitergeben, wenn

00:22:41.460 –> 00:22:45.020

du studierst, dann wird es dir gut gehen und wie gesagt, nichts gegen das Studium.

00:22:45.020 –> 00:22:48.380

Ich finde Bildung ganz, ganz wichtig. Das Thema hatten wir auch, aber die Eltern

00:22:48.380 –> 00:22:51.020

haben dann noch gesagt, wenn man dann gekommen ist, das war mal Thema,

00:22:51.020 –> 00:22:55.300

da paust du, Papa, ich spreche das Studium ab. Was machst du? Bist du wahnsinnig?

00:22:55.300 –> 00:22:59.900

Nee, ich hab einfach keinen Bock mehr. Ich gründe jetzt eine Firma. Wir haben ja eine Garage, ich baue jetzt irgendwas.

00:22:59.900 –> 00:23:06.900

Dann vermute ich mir einfach auch mal, dass 80 bis 90 Prozent der Eltern immer noch die Hände über den Kopf zusammenschlagen.

00:23:06.900 –> 00:23:11.300

Auch das sind Erfahrungswerte der Eltern und das ist richtig, denn wir sehen, was die wollen.

00:23:11.300 –> 00:23:16.100

Die dann sagen, Junge, mach dich so einen Scheiß. Wer weiß, ob das gut geht? Wer weiß, ob man ein Produkt überhaupt braucht?

00:23:16.100 –> 00:23:23.300

Und darum ist meine Grundantwort immer zu dem Denken. Nicht das Denken alleine, sondern analytisches und kritisches Denken.

00:23:23.300 –> 00:23:26.020

Und darum sind die Begegnungen zu anderen Menschen so wichtig,

00:23:26.020 –> 00:23:30.260

dass wir aus unserer Bubble rauskommen und dann eben auch neue Wege bestreiten können.

00:23:30.260 –> 00:23:33.100

Ob die dann immer richtig sind oder so, das sagst du so schön,

00:23:33.100 –> 00:23:38.380

die, die die Vergangenheit können wir dann sowieso erst aus der Zukunft verstehen und betrachten.

00:23:38.380 –> 00:23:42.940

Ja, interessant ist dieser Aspekt.

00:23:42.940 –> 00:23:46.740

Kann ich tatsächlich ohne Erfahrung überhaupt denken,

00:23:46.740 –> 00:23:48.940

auch wenn es noch so klein ist, die Erfahrung?

00:23:48.940 –> 00:23:52.580

Also es mag ja sein, dass ich Erfahrungen in einen anderen Bereich gemacht habe,

00:23:52.580 –> 00:23:55.740

was dazu führt, dass sich dann irgendwelches Denken sozusagen,

00:23:55.740 –> 00:24:01.580

Denken stattfindet. Und möglicherweise habe ich in diesem

00:24:01.580 –> 00:24:04.980

bestimmten Bereich keine Erfahrung, aber in anderen Bereichen irgendwelche

00:24:04.980 –> 00:24:08.740

Erfahrungen, die zum Beispiel zu Vorannahmen oder Ähnliches dann entsprechend

00:24:08.740 –> 00:24:10.620

führen. Aber was?

00:24:10.620 –> 00:24:15.580

Aber irgendwo muss doch ein Punkt sein, sozusagen, an dem

00:24:15.580 –> 00:24:18.340

ich andocke. Und da bin ich jetzt einfach mal gespannt, was Jürgen dazu sagt.

00:24:18.340 –> 00:24:19.900

Ein wunderschönen guten Morgen, lieber Jürgen.

00:24:21.260 –> 00:24:28.260

Guten Morgen, ihr Lieben. Ja, genau das war der Trigger, auf den ich fast gewartet habe.

00:24:28.260 –> 00:24:38.260

Liebe Sabine, deine Frage, kann man dann, wenn Erfahrungen das Denken beeinflussen,

00:24:38.260 –> 00:24:42.260

kann man dann diese Erfahrungen einfach ausblenden?

00:24:42.260 –> 00:24:47.260

Und ich würde es mal, wenn ich es in einem Satz sagen müsste, würde ich sagen,

00:24:47.260 –> 00:24:56.560

man ist redlich bemüht darum und zwar insbesondere nach meinem Dafürhalten im

00:24:56.560 –> 00:25:05.800

wissenschaftlichen Kontext eine mehr oder weniger abstrakte Denke, für mich ist dieser Begriff

00:25:05.800 –> 00:25:13.400

ursächlich mit dieser Fragestellung verbunden, ein abstraktes Denken, zum Thema zu machen,

00:25:13.400 –> 00:25:21.680

wissenschaftlich sich fortzuentwickeln. Also dieses bewusste Lösen von Beeinflussungsgrößen

00:25:21.680 –> 00:25:30.040

aus der Vergangenheit, ein Denken über das Hier und Jetzt hinaus in Szenarien, die weitmöglichst

00:25:30.040 –> 00:25:39.200

diese Einflüsse, um die man ja weiß, aus der Erfahrung auszuschließen. Ich denke, dass es,

00:25:39.200 –> 00:25:48.800

gerade in dem Bericht, in dem ich tätig bin, der Wirtschaftswissenschaften, durchaus sehr gute

00:25:48.800 –> 00:25:58.880

Modellvarianten und Szenarien und Techniken gibt, die man erlernen kann, um diesem abstrakten

00:25:58.880 –> 00:26:09.040

Denken ziemlich nahe zu kommen. Aber ich meine, zwei wesentliche Positionen konterkarieren das

00:26:09.040 –> 00:26:14.960

von vornherein. Und zwar hat eins, wir hatten das Thema vor langer Zeit schon mal im Umfeld

00:26:14.960 –> 00:26:21.440

mit Wissenschaft, wissenschaftliche Arbeit, Objektivität. Allein die Frage, welche Frage

00:26:21.440 –> 00:26:29.000

die Wissenschaft stellt, um ein Szenario zu starten. Allein die Fragestellung gibt schon

00:26:29.000 –> 00:26:41.680

eine Vorrichtung vor. Eine Ausrichtung eben aufgrund der Auswahl, was ich überhaupt frage.

00:26:41.680 –> 00:26:50.260

Und der zweite Punkt, der für mich, für unser heutiges Thema ganz wichtig ist, im Bereich

00:26:50.260 –> 00:27:00.960

Erfahrungen, ist, dass nicht nur Erfahrungen, das ist meine Meinung jetzt, dass nicht nur Erfahrungen

00:27:00.960 –> 00:27:10.800

beeinflussen, was wir denken, sondern auch beeinflussen, wie wir denken. Und insofern

00:27:10.800 –> 00:27:19.040

sagte ich zu Anfang, man ist redlich bemüht, ein möglichst abstraktes Denken, gerade im

00:27:19.040 –> 00:27:29.080

wissenschaftlichen Kontext, zu verfolgen. Aber ich meine, wir portieren mehr oder weniger unbewusst

00:27:29.080 –> 00:27:39.160

aus unseren Erfahrungen auch sehr viele, lasst es uns Glaubenssätze nennen, Unconscious Bias,

00:27:39.160 –> 00:27:47.560

Theoristiken, also Voreinstellungen in die Art und Weise ein, wie wir denken. Und das macht sich

00:27:47.560 –> 00:27:57.920

in den Modellvarianten, die dann nach außen hin als objektiv losgelöst von Beeinflussungsgrößen

00:27:57.920 –> 00:28:07.920

verkauft werden. Das macht im Grunde genommen, kontrakariert sie diese Ansätze eben aus diesem

00:28:07.920 –> 00:28:18.920

Grund, weil sie eine vorerfahrungsdeterminierte Beeinflussungsgröße haben und mit in dieses

00:28:18.920 –> 00:28:26.680

Denken eingepflegt werden und eingebracht werden. Das ist meine Meinung dazu. Summa summarum,

00:28:26.680 –> 00:28:34.960

Abstraktes Denken in 100 Prozent Form meines Erachtens ganz großes Fragezeichen. Ich mag es

00:28:34.960 –> 00:28:41.120

nicht ausschließen, aber aus meinem Erfahrungsumfeld kaum durchsetzbar. Vielen Dank fürs Zuhören.

00:28:41.120 –> 00:28:49.200

Ja, vielen, vielen lieben Dank und gerade auch das Andocken im wissenschaftlichen Kontext finde

00:28:49.200 –> 00:28:57.360

ganz spannend hier als Beispiel. Vielleicht hast du noch ein Beispiel für die Art und Weise,

00:28:57.360 –> 00:29:04.440

wie wir denken. Und also nicht nur, was wir denken, sondern auch die Art und Weise. Vielleicht hast

00:29:04.440 –> 00:29:09.560

du dazu noch Beispiele oder ein Beispiel, was wir noch aufgreifen können, um das vielleicht

00:29:09.560 –> 00:29:17.680

auch noch mal anschaulicher zu machen. Vielleicht kannst du kurz mal überlegen, ob dir was Konkretes

00:29:17.680 –> 00:29:27.760

auch noch mal dazu einfällt. Und gerne Jürgen. Ja, das grabe ich gerne auf. Also ich habe in

00:29:27.760 –> 00:29:36.320

der Vergangenheit sehr, ich bin jetzt auch ein starker Vertreter der Szenarienmethode. Und ohne

00:29:36.320 –> 00:29:44.080

jetzt groß auf Details einzugehen, aber eines der Basisausrichtungen oder Grundformen,

00:29:44.080 –> 00:29:51.080

Grundstrukturen der Szenarienmethode sagt, dass es ein

00:29:51.080 –> 00:29:57.560

Positiv-Szenario zu bauen gilt, ein Negativ-Szenario zu bauen gilt und

00:29:57.560 –> 00:30:03.600

daraus eine Leitstrategie, ein Leitz-Szenario dann abgeleitet wird

00:30:03.600 –> 00:30:07.640

unter Befruchtung jeweils des Positiven und des Negativen.

00:30:07.640 –> 00:30:11.080

Also ganz klar im Hinblick auf die Bewertung.

00:30:11.080 –> 00:30:16.520

Aber bereits der erste Schritt, liebe Yasemin, das ist ein Beispiel dafür,

00:30:16.520 –> 00:30:22.520

wo ich auch meine Erfahrungen mit eingebracht habe, ist ganz trivial.

00:30:22.520 –> 00:30:28.120

Nämlich, was ich als positiv und was ich als Negativ-Szenario sehe.

00:30:28.120 –> 00:30:30.240

Positiv oder negativ.

00:30:30.240 –> 00:30:33.520

Ich sehe aus meinem Erfahrungsumfeld.

00:30:33.520 –> 00:30:37.800

Das muss nicht dein Erfahrungsumfeld gewesen sein.

00:30:37.800 –> 00:30:40.600

Das ist für mich gleich zu Anfang.

00:30:40.600 –> 00:30:42.280

Mit dem Ansatz des Modells,

00:30:42.280 –> 00:30:44.920

im Grunde genommen genauso wie ein Wissenschaftler,

00:30:44.920 –> 00:30:46.840

der eine Frage stellt,

00:30:46.840 –> 00:30:50.480

ganz bewertungsfrei eine Frage stellt,

00:30:50.480 –> 00:30:57.640

nein, die Art und Weise, wie und mit welchem Inhalt er die Frage stellt,

00:30:57.640 –> 00:31:00.800

gibt eigentlich schon einen Richtungsweis.

00:31:00.800 –> 00:31:05.080

Ich hoffe, ich konnte deiner Frage hinreichend oder deiner Bitte nachkommen.

00:31:06.040 –> 00:31:11.560

Ja, absolut wunderbar. Vielen, vielen lieben Dank. Und ich freue mich auch, was du aufgegriffen hast.

00:31:11.560 –> 00:31:20.120

Denn Szenariendenken kommt auch noch mal separat als Raum. Und wir haben auch noch mal nächste Woche

00:31:20.120 –> 00:31:24.440

konstruktives und destruktives Denken. Wie lassen sich konstruktives und destruktives Denken

00:31:24.440 –> 00:31:30.520

unterscheiden? Genau mit diesem Denkansatz. Wer bestimmt denn überhaupt eigentlich, was zum Beispiel

00:31:30.520 –> 00:31:35.480

konstruktiv oder destruktiv ist. Und da hatten wir jetzt dieses positive und

00:31:35.480 –> 00:31:39.280

negative Szenario jetzt an der Stelle und da passt es ja auch wunderbar rein.

00:31:39.280 –> 00:31:42.920

Das heißt genau hier werden wir auch noch die Brücken hinschlagen sozusagen.

00:31:42.920 –> 00:31:46.920

Von daher freue ich mich da auch schon total drauf, dass dann eben bei diesen

00:31:46.920 –> 00:31:51.160

Räumen jetzt die ersten Verquickungen schon offensichtlich werden, die wir hier

00:31:51.160 –> 00:31:54.560

aufgreifen können. Marc, magst du hier vielleicht auch noch mal andocken?

00:31:54.560 –> 00:31:58.600

Aktuell und sehr gerne, ja. Ich möchte das Wort Erfahrung jetzt noch einmal in

00:31:58.600 –> 00:32:02.800

Zusammenhang kriegen mit Framing, beeinflussen und zwar bewusst, das

00:32:02.800 –> 00:32:06.560

begegnet uns immer wieder und in letzter Zeit ganz groß in der Politik, dass das

00:32:06.560 –> 00:32:10.200

Thema Erfahrung bewusst benutzt wird, um uns zu beeinflussen, meiner Meinung nach

00:32:10.200 –> 00:32:13.960

um uns zu framen und ich sage euch jetzt, welches Beispiel ich daran sehe. Es kommt

00:32:13.960 –> 00:32:18.200

jetzt immer dieser Kontext und sagt, wenn jemand keine Erfahrung hat, dann kann er

00:32:18.200 –> 00:32:22.720

ja nicht das Richtige denken, ihm fehlt ja die Erfahrung, dann darf er diesen Job

00:32:22.720 –> 00:32:26.880

nicht machen, weil er ja diese Erfahrung nicht hat und das wird als Framing

00:32:26.880 –> 00:32:32.000

benutzt als ganz, ganz starkes Mittel, wo jeder sagt, der hat recht, wenn er keine Erfahrung hat, darf er das nicht machen.

00:32:32.000 –> 00:32:36.080

Dann werden Beispiele herangezogen und das verstehe ich auch, zum Beispiel ein Pilot.

00:32:36.080 –> 00:32:42.680

Wenn ich morgen geschäftlich wegfliegen würde und der Jürgen würde mir sagen, du Marc, der Pilot, das ist ein total netter Typ,

00:32:42.680 –> 00:32:47.840

der ist aber noch nie geflogen, der hat keine Erfahrung, aber auch keine Kenntnisse,

00:32:47.840 –> 00:32:52.960

setze ich da an die Maschine und ich wünsche der viel Glück, ich würde sofort aussteigen, meine Reise canceln

00:32:52.960 –> 00:32:58.760

und natürlich nicht in eine Maschine einsteigen, wo der Pilot keine Kenntnisse hat und keine Erfahrung.

00:32:58.760 –> 00:33:04.160

Die andere Frage ist jetzt, wenn wir das große Ganze sehen, darf der Chef dieser Fluggesellschaft,

00:33:04.160 –> 00:33:07.960

muss der selber fliegen können, um eine Fluggesellschaft erfolgreich zu leiten?

00:33:07.960 –> 00:33:10.560

Ich denke, nein, der muss ganz andere Sachen haben.

00:33:10.560 –> 00:33:13.560

Du hast letzte Woche was ganz Tolles gesagt, liebe Yasemin,

00:33:13.560 –> 00:33:17.160

wenn wir nur von Experten, nur von Erfahrung umgeben sind,

00:33:17.160 –> 00:33:19.960

handle ich auch nur im Rahmen meiner Leitplanken.

00:33:19.960 –> 00:33:23.600

Und für mich muss der Chef einer Fluggesellschaft nicht fliegen können.

00:33:23.600 –> 00:33:25.200

Der Pilot sehr wohl.

00:33:25.200 –> 00:33:33.280

Da darf ich jetzt noch mal ein bisschen nachdenken drüber.

00:33:33.280 –> 00:33:35.600

Verschiedene interessante Verknüpfungen.

00:33:35.600 –> 00:33:37.360

Jürgen, magst du hier nochmal andocken?

00:33:37.360 –> 00:33:44.200

Lieben gerne und zwar an den Ursprung der Ausführung von Marc,

00:33:44.200 –> 00:33:46.720

nämlich nochmal um die Begrifflichkeit Erfahrung.

00:33:48.360 –> 00:33:53.440

Ich denke, dass dieser Begriff, ich sage immer, ich bin der Meinung,

00:33:53.440 –> 00:33:56.760

dass dieser Begriff eine dumme Belegung hat.

00:33:56.760 –> 00:34:05.760

Und zwar, wenn wir sagen, dieser Mensch hat sehr viel Erfahrung,

00:34:05.760 –> 00:34:10.880

dann assoziiert das, dass er aus unserer Sicht

00:34:10.880 –> 00:34:16.320

in einer ganz bestimmten Situation sehr vieles erlebt hat.

00:34:16.320 –> 00:34:23.960

Wir wissen in den meisten Fällen, und das ist das Beispiel von Marc, wir wissen aber nicht,

00:34:23.960 –> 00:34:35.120

und das ist der Unterschied zu Marc, wir wissen aber nicht, was er aus diesen füllhonder Erfahrungen

00:34:35.120 –> 00:34:45.720

gemacht hat, wie er sie für sich, für seine Mitarbeiter, für sein soziales Umfeld eingebracht

00:34:45.720 –> 00:34:51.960

hat in positiver oder negativer Form. Weil Erleben und das, ich weiß es jetzt nicht mehr,

00:34:51.960 –> 00:34:57.720

der Marc hat es glaube ich auch zu Anfang gesagt, im Hinblick auf eine vermeintliche Definition,

00:34:57.720 –> 00:35:05.240

was ist überhaupt Erleben, ist ja im Grunde genommen eigentlich ein Sein in einer Situation.

00:35:05.240 –> 00:35:14.280

Situation, ich erlebe was. Das Entscheidende aber ist für mich, was ich aus diesem Erleben mache.

00:35:14.280 –> 00:35:24.760

Und da spaltet sich die nächste Stufe, genau in diese Frage können wir auch unsere Erfahrung

00:35:24.760 –> 00:35:34.560

ausknipsen, ausschalten beim Denken. Die spaltet sich in diesen Teilbereich. Ich kann dieses Erlebte

00:35:34.560 –> 00:35:43.760

bewusst für mich aufnehmen, erkennen, ich muss es erkennen, das ist eine gute Erfahrung und sie

00:35:43.760 –> 00:35:51.520

auch verinnerlichen. Ich kann sie aber auch zurückweisen als nichtig und sagen, ja schön,

00:35:51.520 –> 00:35:57.840

dass ich jetzt mal diese Stadt gesehen habe, aber hätte ich eigentlich nicht haben müssen.

00:35:57.840 –> 00:36:03.280

Ein anderer neben mir, der mag sagen, ganz toll, Beispiel London, so viele hippe Menschen,

00:36:03.280 –> 00:36:06.560

Das ist für mich ein Erfahrungsmerk, den möchte ich nie mehr wissen.

00:36:06.560 –> 00:36:14.560

Also das Entscheidende ist für mich, natürlich der Ausgangspunkt, das Erleben, das Sein in

00:36:14.560 –> 00:36:20.720

einer Situation, aber ganz wichtig ist es für unsere Denke, was wir daraus machen.

00:36:20.720 –> 00:36:27.720

Und da sind wir nochmal bei dem zweiten Punkt, wo sich dieses verzweigt für mich, dass ich

00:36:27.720 –> 00:36:36.320

sage, ja, ich bin der Meinung, nicht der Überzeugung, der Meinung, dass man das bewusst steuern kann,

00:36:36.320 –> 00:36:45.480

dass ich bewusst etwas zurückweisen kann als erfahrungswert oder akzeptieren kann. Es finden

00:36:45.480 –> 00:36:54.360

aber ganz bestimmt sehr viele beeinflussende Faktoren im Unbewussten statt, die diese Erfahrung

00:36:54.360 –> 00:37:00.240

trotzdem verwerten und zwar im Hinblick auf unsere und jetzt sind wir wieder bei

00:37:00.240 –> 00:37:06.600

unserem Thema Empfänglichkeiten aufgrund an Conscious Bias oder Heroistik ohne,

00:37:06.600 –> 00:37:12.080

dass ich es merke. Danke, dass ich das noch einbringen durfte, ihr Lieben.

00:37:12.080 –> 00:37:18.960

Ja, vielen, vielen lieben Dank und jetzt wird es nämlich auch wieder komplexer und spannend. Ihr

00:37:18.960 –> 00:37:23.640

erinnert euch an diese Lernprozesse, über die wir gesprochen haben mit den verschiedenen

00:37:23.640 –> 00:37:30.640

Gedächtnissen, die sozusagen, also die Sinne, die wir von außen aufnehmen, die

00:37:30.640 –> 00:37:35.240

umgewandelt werden und dann entsprechend weitergeleitet werden und dabei eben

00:37:35.240 –> 00:37:40.440

verschiedene, das Ultrakurzzeitgedächtnis, das Arbeitsgedächtnis und das

00:37:40.440 –> 00:37:46.200

Langzeitgedächtnis durchlaufen. Und beim Ultrakurzzeitgedächtnis quasi schon die

00:37:46.200 –> 00:37:51.120

erste Entscheidung getroffen wird, ob es weiter verarbeitet wird oder nicht.

00:37:51.120 –> 00:37:55.120

natürlich unter Austausch mit dem Arbeitsgedächtnis und dem Langzeitgedächtnis.

00:37:55.120 –> 00:37:58.120

Und das spielt natürlich jetzt auch eine ganz besondere Rolle.

00:37:58.120 –> 00:38:01.120

Also ich hebe jetzt das sozusagen nochmal auf eine andere Ebene,

00:38:01.120 –> 00:38:04.120

was du gerade gesagt hast, um das nochmal zu veranschaulichen.

00:38:04.120 –> 00:38:10.120

Das heißt, wir haben im Grunde genommen eine Erfahrung, die wir machen.

00:38:10.120 –> 00:38:16.120

Und jetzt entscheidet das Ultrakurzzeitgedächtnis unter Abgleich mit Arbeitsgedächtnis

00:38:16.120 –> 00:38:18.120

und Langzeitgedächtnis.

00:38:18.120 –> 00:38:22.120

wird eine Bewertung auf der einen Seite vorgenommen und abgeglichen, was habe ich

00:38:22.120 –> 00:38:26.620

denn an Informationen bereits abgespeichert, sozusagen auch im Langzeitgedächtnis.

00:38:26.620 –> 00:38:31.820

Und angelehnt daran wird entschieden, was mit dieser Information, die da reingekommen

00:38:31.820 –> 00:38:37.620

ist, was damit gemacht wird. Und hier haben wir dieses direkt auch sowohl

00:38:37.620 –> 00:38:41.920

das unconscious bias als auch die Vorerfahrung, die eine ganz wesentliche Rolle spielt in

00:38:41.920 –> 00:38:45.620

diesem Zusammenhang. Denn auf der einen Seite kann es jetzt eben abprallen.

00:38:45.620 –> 00:38:49.900

Also es kann sein, dass ich Erfahrungen vorher abgespeichert hatte, die dazu führen, dass

00:38:49.900 –> 00:38:52.220

das Ultrakurzzeitgedächtnis zu dem Ergebnis kommt.

00:38:52.220 –> 00:38:57.060

Das hat für mich keine Relevanz und blockt das sozusagen direkt ab.

00:38:57.060 –> 00:39:01.820

Und da sind wir nämlich genau bei dem, was ich vorhin gesagt hatte, mit dem auch neue,

00:39:01.820 –> 00:39:06.420

also zum Beispiel, wenn ich bestimmte Glaubenssätze habe, die verankert sind und ich habe vielleicht

00:39:06.420 –> 00:39:10.460

eine neue Erfahrung, die ich mache, die eigentlich entgegengesetzt dem ist, was ich bisher als

00:39:10.460 –> 00:39:15.300

Erfahrungsschatz sozusagen abgespeichert habe, dann wird das sozusagen abgetan als

00:39:15.300 –> 00:39:19.860

eine Ausnahme oder wie auch immer, wird direkt abgeprallt in Anführungsstrichen.

00:39:19.860 –> 00:39:24.060

Obwohl ich möglicherweise auch wiederholt diese Erfahrung mache, aber es

00:39:24.060 –> 00:39:27.740

passt einfach nicht zu dem, was da abgespeichert ist bei uns im Langzeitgedächtnis.

00:39:27.740 –> 00:39:31.260

Auf der anderen Seite kann ich aber, und da sind wir jetzt bei

00:39:31.260 –> 00:39:35.180

diesem aktiven Steuerungsprozess, wenn ich weiß, wie das im Hintergrund

00:39:35.180 –> 00:39:38.820

funktioniert und läuft, kann ich natürlich auch dem entgegenwirken bis

00:39:38.820 –> 00:39:44.120

zu einem gewissen Grad. Gewisse Abläufe sind eben so unterbewusst, dass ich das

00:39:44.120 –> 00:39:49.060

gar nicht realisiere. Aber zumindest immer dann, wenn ich merke, dass irgendwas

00:39:49.060 –> 00:39:52.700

nicht durchdringt oder ähnliches, kann ich ein Stück weit auch darauf steuernd

00:39:52.700 –> 00:39:58.280

einwirken, indem ich mich ganz bewusst zum Beispiel in einen Kontext

00:39:58.280 –> 00:40:03.440

begebe, ganz bewusst Menschen oder Kulturen kennenlerne, wo ich merke,

00:40:03.440 –> 00:40:09.320

da habe ich irgendwie eine Abneigung, beispielsweise. Oder ich habe gewisse

00:40:09.320 –> 00:40:13.320

Ängste im Kontext von irgendwas, was ich gerne mal ausprobieren wollen würde,

00:40:13.320 –> 00:40:17.920

aber mich irgendwie nicht traue. Und hier dann ganz bewusst dann tatsächlich

00:40:17.920 –> 00:40:25.320

auch das Denken sozusagen einzuschalten und ganz gezielt hier

00:40:25.320 –> 00:40:30.880

entsprechend auch zu agieren. Und auch so was wie das Szenariendenken kann man

00:40:30.880 –> 00:40:35.200

hier einsetzt im Sinne von zum Beispiel, was sind denn die verschiedenen Szenarien,

00:40:35.200 –> 00:40:38.120

die eintreffen könnten, wenn ich denn dieses oder jenes täte?

00:40:38.120 –> 00:40:42.360

Also im positiven Sinne, im negativen Sinne und so weiter.

00:40:42.360 –> 00:40:44.560

Und was ist der wahrscheinlichste Fall? Etc.

00:40:44.560 –> 00:40:48.480

Und von daher haben wir hier jetzt dann auch noch mal diese ganzen Andockpunkte.

00:40:48.480 –> 00:40:51.440

Marc-Jürgen, möchte da jemand noch mal andocken von euch?

00:40:51.440 –> 00:40:52.080

Gerne, Marc.

00:40:52.080 –> 00:40:58.240

Ja, ich möchte gerne noch mal wiederholen, und zwar Erfahrung formen die Persönlichkeit

00:40:58.240 –> 00:41:01.600

und das Verständnis einer Person von der Welt.

00:41:01.600 –> 00:41:05.160

Also Erfahrung formt das Verständnis und wie wir die Welt sehen.

00:41:05.160 –> 00:41:08.640

Erfahrung entstehen durch persönliche Begegnungen,

00:41:08.640 –> 00:41:12.280

durch Lernen, durch Reisen und viele, viele andere Quellen.

00:41:12.280 –> 00:41:15.200

Und der Punkt, den ich einfach gemacht habe, war darum mit dem Pilot

00:41:15.200 –> 00:41:18.920

und darum, mit dem muss ein Chef einer Fluggesellschaft fliegen können.

00:41:18.920 –> 00:41:22.480

Wenn ich jetzt ein exzellenter Mathematiker bin,

00:41:22.480 –> 00:41:25.200

habe aber Angst, nach draußen zu gehen, dann ist meine Erfahrung begrenzt.

00:41:25.200 –> 00:41:27.960

Dann bin ich der beste Mann im Raum, der etwas ausrechnen kann.

00:41:27.960 –> 00:41:32.080

dann wird mir aber die Erfahrung des Lernens, des Reisens und anderen Quellen fehlen.

00:41:32.080 –> 00:41:36.240

Und was wir nicht wissen, das kann wahrscheinlich keiner direkt beurteilen,

00:41:36.240 –> 00:41:42.720

welche Erfahrung ist explizit notwendig, um eine Aufgabe lösen zu können?

00:41:42.720 –> 00:41:45.920

Und da bin ich eben der Meinung, und ich kann es nicht wissenschaftlich beweisen,

00:41:45.920 –> 00:41:48.040

aber da bin ich eben der Meinung,

00:41:48.040 –> 00:41:51.120

dass ein bestimmter Beruf nicht ausschließt,

00:41:51.120 –> 00:41:53.160

dass der Mensch, also diese Quellen,

00:41:53.160 –> 00:41:56.000

aus denen dieser Mensch die Erfahrung geschöpft hat, die weiß ich nicht.

00:41:56.160 –> 00:41:59.800

Und ich weiß auch am Ende auch nicht und kann es auch nicht wissenschaftlich belegen,

00:41:59.800 –> 00:42:02.680

welche Erfahrung die wichtigste Erfahrung ist,

00:42:02.680 –> 00:42:06.040

um eine Aufgabe, sei es in der Politik oder in der Wirtschaft,

00:42:06.040 –> 00:42:09.520

zur vollsten Zufriedenheit zu lösen.

00:42:09.520 –> 00:42:12.200

Das wird man wahrscheinlich immer erst rückblickend sagen können.

00:42:12.200 –> 00:42:14.440

Und das ist das Gefährliche und das Framing.

00:42:14.440 –> 00:42:19.200

Mir war nur wichtig in dem Raum, dass mir das halt momentan immer wieder auffällt,

00:42:19.200 –> 00:42:21.920

gerade in der Gesellschaft, im Umgang miteinander,

00:42:21.920 –> 00:42:26.040

dass das Denken so komplex ist und wir Gefühle, wir sprechen Emotionen an.

00:42:26.040 –> 00:42:29.880

Und das einfach in drei Satz gemacht hat, jemand hat keine Erfahrung, also ist jemand

00:42:29.880 –> 00:42:33.960

unfähig und kann eine bestimmte Tätigkeit als Wirtschaftsführer oder als Politiker

00:42:33.960 –> 00:42:34.960

nicht machen.

00:42:34.960 –> 00:42:38.160

Und da müsste man dann trotzdem hinterfahren, welche Erfahrung hat dieser Mensch?

00:42:38.160 –> 00:42:39.320

Kenne ich alle Erfahrungen?

00:42:39.320 –> 00:42:43.760

Braucht er die, das kritische Frage ist, braucht er diese Erfahrung, um das lösen zu können?

00:42:43.760 –> 00:42:47.640

Kann es nicht sein, dass es im Team Menschen gibt, die Erfahrungen lösen können, die

00:42:47.640 –> 00:42:49.840

da wirklich totale Experten sind?

00:42:49.840 –> 00:42:56.920

Und für uns Menschen ist es aber immer einfacher, wenn wir uns wünschen, dass eine Person,

00:42:56.920 –> 00:43:01.400

sei es jetzt als Wirtschaftslenker oder als Politiker, er selber sämtliche Erfahrungen

00:43:01.400 –> 00:43:05.200

gemacht hat, also persönliche Begegnungen, Lernreisen und alle anderen Quellen kennt.

00:43:05.200 –> 00:43:10.480

Aber die kritische Frage wäre halt, muss er wirklich alle Quellen kennen, um eine gute

00:43:10.480 –> 00:43:11.640

Entscheidung treffen zu können?

00:43:11.640 –> 00:43:16.520

Oder kann er sich auch, wenn er reflektieren kann, vielleicht reicht es ja auch nur, dass

00:43:16.520 –> 00:43:20.400

jemand reflektieren kann und gut denken kann, kann die Erfahrung mit einer Yasemin

00:43:20.400 –> 00:43:24.080

teilen und sagen, liebe Yasemin, du hast mich überzeugt, ich bin bereit, mich zu

00:43:24.080 –> 00:43:28.000

öffnen, ich bin bereit, die Informationen und die Erfahrungen, die ich bisher

00:43:28.000 –> 00:43:31.680

gemacht habe, zu überschreiben. Also ich bin ein offener Mensch, also

00:43:31.680 –> 00:43:35.600

Frage ist, kann ein offener Mensch eventuell bessere Entscheidungen treffen

00:43:35.600 –> 00:43:39.400

als ein Mensch, der auf seine Erfahrung beharrt, die er gemacht hat, die ja nicht

00:43:39.400 –> 00:43:45.040

falsch sind, weil Erfahrungen sind niemals falsch, weil wir sehen, was wir wollen.

00:43:45.560 –> 00:43:50.160

Ja, ich finde das insofern ganz interessant. Wahrscheinlich müsste man da auch nochmal

00:43:50.160 –> 00:43:55.200

einen separaten Raum zu irgendwann mal aufmachen, sowas wie berufliche Erfahrung oder sowas,

00:43:55.200 –> 00:44:00.440

was man sich nochmal speziell anschaut. Aber gerade in unserer Zeit wird ja sehr, sehr viel

00:44:00.440 –> 00:44:06.960

und sehr häufig darüber diskutiert in verschiedenen Tätigkeits- und Berufsfeldern, welche Rolle eben

00:44:06.960 –> 00:44:15.440

auch Erfahrung spielt. Und häufig neigen wir dazu, eben zu sagen, die Person, die in

00:44:15.440 –> 00:44:20.680

einem Berufsfeld ist, egal jetzt in welchem, also das klar gewisse Techniken müssen erlernt

00:44:20.680 –> 00:44:26.360

sein und so weiter und so fort, und braucht auch eine gewisse Erfahrung. Und gerade bei

00:44:26.360 –> 00:44:31.600

Ausschreibungen oder sowas sieht man das ja im Grunde genommen sehr zugespitzt gesagt,

00:44:31.600 –> 00:44:36.920

dass eigentlich alles Mögliche vorhanden sein soll. Am besten ist die Person ganz jung,

00:44:36.920 –> 00:44:43.040

hat ganz viel Erfahrung und alles Mögliche schon erlebt. Und das passt nicht so wirklich

00:44:43.040 –> 00:44:49.480

zu einem realistischen Bild von Mensch in einem jungen Alter, in Anführungsstrichen,

00:44:49.480 –> 00:44:55.520

was gar nicht so viel schon erfahren haben kann, sozusagen, in Anführungsstrichen. Und

00:44:55.520 –> 00:45:01.160

hier wirklich auch immer wieder auch nochmal zu hinterfragen, ob das denn immer so passend

00:45:01.160 –> 00:45:06.880

ist. Denn per se würden wir das alle direkt abnicken, egal ob wir jetzt vom Piloten sprechen,

00:45:06.880 –> 00:45:10.960

von einem Anwalt sprechen, von einem Arzt sprechen und so weiter. Es braucht eine gewisse Erfahrung

00:45:10.960 –> 00:45:18.880

in diesem Gebiet. Aber wie viel ist das denn in Anführungsstrichen tatsächlich sozusagen

00:45:18.880 –> 00:45:24.600

erlernte Technik, die dann zum Beispiel im Rahmen der Ausbildung erlernt wird und mit

00:45:24.600 –> 00:45:30.880

bestimmten Situationen umzugehen, ob das jetzt eine Flugsimulation ist. Das fühlt sich ja verdammt

00:45:30.880 –> 00:45:34.680

echt für unser Gehirn auch an. Also das kann das nicht unterscheiden, ob das jetzt in einem

00:45:34.680 –> 00:45:40.560

Flugzeug sitzt oder in so einem Simulator sozusagen. Also von daher ist das schon sehr,

00:45:40.560 –> 00:45:46.040

sehr vergleichbar mit der Echtsituation, weil unser Gehirn das nicht unterscheiden kann.

00:45:46.040 –> 00:45:53.120

Und gleichzeitig gibt es aber dann immer wieder Bereiche, wo wir das in Anführungsstrichen

00:45:53.120 –> 00:45:58.280

übertragen und vielleicht manchmal auch zu wenig kritisch hinterfragen, in Anführungsstrichen.

00:45:58.280 –> 00:46:04.760

oder ja vielleicht nicht die Erfahrung muss ja auch irgendwo herkommen in Anführungsstrichen

00:46:04.760 –> 00:46:10.480

und es ist nicht die Lebenserfahrung ohne Technik, die dann funktioniert, also mit Technik meine ich

00:46:10.480 –> 00:46:17.240

jetzt die erlernten Methoden und so weiter, je nach Berufsfeld, sondern eben beides Notwendiges,

00:46:17.240 –> 00:46:22.240

das heißt auf der einen Seite im Rahmen der Ausbildung gewährleistet sein muss,

00:46:22.240 –> 00:46:26.760

dass nicht nur Technik erlernt wird, sondern eben auch Erfahrung gesammelt werden kann,

00:46:26.760 –> 00:46:32.920

kann. Aber ohne einander funktioniert das eben an der Stelle nicht wirklich. Und jemand,

00:46:32.920 –> 00:46:38.480

der – ich greife jetzt mal den Bereich Coaching an der Stelle auf – jemand, der nur ausschließlich

00:46:38.480 –> 00:46:44.160

Lebenserfahrung hat, aber die Techniken, im Umgang mit den Techniken keine Erfahrung

00:46:44.160 –> 00:46:49.880

vorweisen kann, der wird trotzdem kein guter Coach. Deswegen ist meine ganz persönliche

00:46:49.880 –> 00:46:55.800

Auffassung an der Stelle. Aber das ist ein ganz, ganz spannendes Thema, finde ich. Aber

00:46:55.800 –> 00:46:58.640

dürfen das einfach mal so stehen lassen und ich gucke mal, ob wir irgendwann die

00:46:58.640 –> 00:47:02.000

Gelegenheit haben, vielleicht dieses Thema auch noch mal separat aufzugreifen,

00:47:02.000 –> 00:47:07.640

vor dem Hintergrund beruflicher Erfahrung, unabhängig von von Denken sozusagen.

00:47:07.640 –> 00:47:11.600

Wenn ihr wollt, könnt ihr da gerne noch mal kurz andocken, aber dann kehren wir

00:47:11.600 –> 00:47:15.400

auch wieder zurück, sozusagen zu Denken und Erfahrung. Jürgen Marc, wollt ihr da

00:47:15.400 –> 00:47:19.920

noch mal was dazu anschließen? Gerne Jürgen und dann Marc.

00:47:19.920 –> 00:47:26.280

Ja, das Thema ist, sorry, wenn jetzt ein Nachklag kommt, jetzt in eine andere

00:47:26.280 –> 00:47:29.360

Richtung hat sich weiterentwickelt. Ich wollte eigentlich noch ein Feedback

00:47:29.360 –> 00:47:33.920

geben auf dein vorletztes Statement und mich bedanken noch mal

00:47:33.920 –> 00:47:39.440

ausdrücklich für die Überleitung in die Funktionsweise der verschiedenen

00:47:39.440 –> 00:47:47.880

Denk- beziehungsweise Gedächtnisfähren. Und für mich war dann das Initial, was

00:47:47.880 –> 00:47:55.620

aufgepoppt ist, was können wir denn tun? Wir selbst als erstes einmal, um diese

00:47:55.620 –> 00:48:01.920

bewussten Gefahren, Einflussnahmen der Erfahrung auf unsere Denke, was wir

00:48:01.920 –> 00:48:07.920

denken und wie wir denken unter Umständen zu korrigieren. Und da wollte

00:48:07.920 –> 00:48:12.920

ich das Leben gerne aufnehmen, eine Verbindung zu unserem vorhergehenden

00:48:12.920 –> 00:48:23.280

Dachthema nehme, nämlich ganz wesentlich die Reflexion, das in sich selber gehen und in dem

00:48:23.280 –> 00:48:31.080

Fall als Zweck unter Umständen neue Perspektiven zu entwickeln, alte Positionen in Frage zu stellen

00:48:31.080 –> 00:48:38.480

und was ist die notwendige Voraussetzung dazu? Die Voraussetzung dazu ist Wissen. Ich muss als

00:48:38.480 –> 00:48:45.320

erstes mal wissen, welche Macht diese Erfahrungen eigentlich über mich haben

00:48:45.320 –> 00:48:51.160

können. Und dann sind wir wieder bei diesem Thema Bildung. Und insofern, das

00:48:51.160 –> 00:48:56.520

wollte ich als Feedback zu deiner Ausführung geben, weil es für mich

00:48:56.520 –> 00:49:02.640

ein super Trigger war, diese Medaillebene zu bilden, zu unserem heutigen Thema.

00:49:02.640 –> 00:49:10.080

Vielen Dank. Ja, großartig. Vielen, vielen

00:49:10.080 –> 00:49:12.000

lieben Dank. Marc? Darauf gehe ich dann, da schließe ich

00:49:12.000 –> 00:49:13.320

sofort an, lieber Jürgen. Und mir fällt wieder

00:49:13.320 –> 00:49:15.240

ein Satz ein, den ich diese Woche

00:49:15.240 –> 00:49:16.800

schon mal gesagt habe. Da muss man

00:49:16.800 –> 00:49:19.400

aber auch wirklich lange darüber nachdenken.

00:49:19.400 –> 00:49:21.120

Denkst du dich oder denken deine

00:49:21.120 –> 00:49:22.680

Erfahrungen dich? Und dann sind wir

00:49:22.680 –> 00:49:25.040

wieder beim Reflektieren und kritischen

00:49:25.040 –> 00:49:25.040

Denken.

00:49:27.720 –> 00:49:34.080

Wunderbar, vielen, vielen lieben Dank. Ja, ich weiß nicht, ich habe gerade in den Chat

00:49:34.080 –> 00:49:37.760

reingeschaut, ich weiß nicht, ob ich akustische Aussätze hatte oder ob das

00:49:37.760 –> 00:49:42.520

einfach nur Pausen war, die ich gemacht habe beim Sprechen, ehrlich gesagt. Wie auch

00:49:42.520 –> 00:49:45.720

immer, ich überprüfe das gerne noch mal, ob da vielleicht irgendwas mit dem Netz

00:49:45.720 –> 00:49:49.560

ist heute. Vielen Dank für die Rückmeldung auf jeden Fall über den

00:49:49.560 –> 00:49:54.200

Chat. Ja, dann lasst uns doch gerne die Gelegenheit nutzen, ihr Lieben, an dieser

00:49:54.200 –> 00:49:57.400

Stelle tatsächlich ins Abrunden überzugehen. Ich denke, das ist ein ganz

00:49:57.400 –> 00:50:01.840

ganz guter Punkt. Jetzt haben wir die Aspekte, die wir gesammelt haben, sehr

00:50:01.840 –> 00:50:06.800

sehr schön zusammengeführt und können gerne vielleicht noch mal sagen, was denn

00:50:06.800 –> 00:50:11.600

unser Highlight aus dem Raum heute ist und dann kann ich gerne noch den Raum

00:50:11.600 –> 00:50:15.360

für morgen anmoderieren. Marc.

00:50:15.360 –> 00:50:21.080

Das sind einfach so viele Themen und Impulse, die gekommen sind, dass ich es nicht

00:50:21.080 –> 00:50:25.080

zusammenfassen kann, aber mir ist ganz wichtig, auch das habe ich schon mal

00:50:25.080 –> 00:50:29.020

gesagt, bei Denken und Erfahrung, weil das beides komplex ist, dass dieses, wir

00:50:29.020 –> 00:50:31.800

müssen ja auch wissen, da Jürgen hat gerade was ganz Tolles gesagt, ein

00:50:31.800 –> 00:50:36.040

Handwerkszeug an die Hand bekommen, dass wir auch was mitnehmen können und dieses

00:50:36.040 –> 00:50:40.400

analytische Denken und kritische Denken, das sind auch erstmal so Sätze, aber wenn

00:50:40.400 –> 00:50:44.200

man nicht weiß, wie es funktioniert und was mir persönlich, was dem Marc immer

00:50:44.200 –> 00:50:47.960

geholfen hat, das waren ganz einfache Fragen, die ich mir vorher nie gestellt

00:50:47.960 –> 00:50:52.460

bis ich 50 bin, warum denke ich, was ich denke, und kann ich auch was anderes denken? Ich habe

00:50:52.460 –> 00:50:56.220

nie darüber nachgedacht, warum ich denke, was ich denke, weil meine Entscheidungen waren ja immer

00:50:56.220 –> 00:51:00.200

richtig. Das habe ich ja gefühlt. Das kam ja aus dem Unterbewusstsein. Und überhaupt das erst

00:51:00.200 –> 00:51:04.700

mal vom Unconscious Bias ins Bewusstsein zu rufen, zu sagen, warum denke ich, was ich denke,

00:51:04.700 –> 00:51:09.320

und ist das richtig, und kann ich auch was anderes denken? Wenn man sich nur diese drei kleinen

00:51:09.320 –> 00:51:14.380

Punkte merkt, da hat bei mir unheimlich vieles angefangen, neue Welten zu öffnen, obwohl diese

00:51:14.380 –> 00:51:19.180

Neuwellen immer da waren. Ich habe sie nur nicht gesehen, weil ich in der Vergangenheit nur das

00:51:19.180 –> 00:51:23.420

gesehen habe, was ich sehen will und das war immer noch so und da haben mir diese simplen

00:51:23.420 –> 00:51:28.020

Techniken einfach jetzt geholfen, einfach eine neue Tür aufzustoßen und dazu gehört auch wieder

00:51:28.020 –> 00:51:35.180

Offenheit. Ja wunderbar, vielen, vielen lieben Dank. Jürgen. Ja, lass mich an erster Stelle

00:51:35.180 –> 00:51:43.820

heute dem Marc recht herzlich danken, dass er eigentlich immer der Show-Opener ist und mit

00:51:43.820 –> 00:51:48.820

seinen Ausführungen, die ich insbesondere deswegen schätze, weil sie aus dem Leben gegriffen sind,

00:51:48.820 –> 00:51:56.180

eine Richtung geben, die es bewahrheitet sich immer wieder, dank auch deiner Moderation,

00:51:56.180 –> 00:52:06.540

zu einem sehr fruchtbringenden und sehr ergebnisvollen Miteinander führt. Dafür

00:52:06.540 –> 00:52:10.860

meinen herzlichen Dank an erster Stelle. Ich habe für mich in Sicherheit gebracht,

00:52:10.860 –> 00:52:22.220

als Überlegungsposition daraus, ich sagte oder ich fragte, entscheidend ist, was die Erfahrung aus

00:52:22.220 –> 00:52:27.780

uns macht oder was wir aus der Erfahrung machen. Und da habe ich mir zwei Begriffe aufgeschrieben,

00:52:27.780 –> 00:52:33.940

die finde ich auch recht interessant. Nämlich es können einerseits Meinungen sein, es können

00:52:33.940 –> 00:52:37.300

aber andererseits auch Überzeugungen sein.

00:52:37.300 –> 00:52:43.260

Und alleine diese drei Begründlichkeiten, glaube ich, wäre wieder einen Raum wert.

00:52:43.260 –> 00:52:48.060

Aber das ist für mich jetzt der heutige Erguss.

00:52:48.060 –> 00:52:50.460

Ihr Lieben dafür herzlichen Dank.

00:52:50.460 –> 00:52:53.500

Ich habe jetzt wieder etwas zum Reflektieren

00:52:53.500 –> 00:52:58.180

und das wird wahrscheinlich den Großteil des Tages ausfüllen.

00:52:58.180 –> 00:53:01.300

Ich freue mich auf morgen.

00:53:02.340 –> 00:53:04.220

Ja, wunderbar. Vielen, vielen lieben Dank.

00:53:04.220 –> 00:53:07.740

Ich fand auch, dass heute wieder eine ganze Menge zusammengekommen ist,

00:53:07.740 –> 00:53:10.900

vor allem auch wieder mit den Brücken, die wir schon schlagen können,

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sowohl aus der Vergangenheit aufgegriffen sozusagen als auch in Vorbereitung

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auf das, was eben an weiteren Räumen auch kommt.

00:53:18.220 –> 00:53:22.580

Also von daher wird es spannend bleiben und ich freue mich auch schon richtig drauf.

00:53:22.580 –> 00:53:26.780

Morgen gucken wir uns nochmal speziell Denken und Lernen an.

00:53:26.780 –> 00:53:30.020

Wir hängen Denken und Lernen zusammen

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Und vielleicht können wir hier auch Aspekte wie die Neuroplastizität aufgreifen und Ähnliches.

00:53:35.460 –> 00:53:44.260

Also hier auch gerne mit verschiedenen Gedanken und Impulsen mit dazu kommen und schauen, wie sich morgen dann der Raum entwickelt.

00:53:44.260 –> 00:53:51.580

Wir haben zum Thema Lernen ja schon einiges gemacht, zur Reflexion und jetzt zum Denken auch.

00:53:51.940 –> 00:53:57.060

Und dass wir hier jetzt sozusagen morgen auch nochmal gucken, vor dem Hintergrund dieser

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ganzen Basis, die wir schon gebaut haben für uns, dann eben auch nochmal in die verschiedenen

00:54:02.100 –> 00:54:10.500

Richtungen anzudocken und auch weiter Zwischenerkenntnisse sozusagen für uns auch festhalten zu können

00:54:10.500 –> 00:54:14.620

und zu gucken, wie sich das Ganze dann eben entsprechend auch weiterentwickelt.

00:54:14.620 –> 00:54:19.460

Und insofern freue ich mich darauf, euch morgen früh um 8 Uhr wieder hier begrüßen zu dürfen.

00:54:19.460 –> 00:54:24.420

ihr Zeit und Lust habt, kommt gerne mit dazu und auch eine herzliche Einladung nochmal an die

00:54:24.420 –> 00:54:31.300

anderen im Raum, die mit am Zuhören sind. Eben ja, auf der einen Seite, je mehr Perspektiven wir

00:54:31.300 –> 00:54:36.980

haben, desto spannender wird das Ganze auch im Austausch und erkenntnisreicher und auf der

00:54:36.980 –> 00:54:42.500

anderen Seite eben auch nochmal, ja, bereitet es gerne auch vor. Also ihr habt ja auch vor dem

00:54:42.500 –> 00:54:46.700

Hintergrund, dass ihr wisst, welche Themen drankommen, durchaus auch die Möglichkeit,

00:54:46.700 –> 00:54:51.240

das eine oder andere vielleicht auch mal netz ein bisschen zu recherchieren, euch

00:54:51.240 –> 00:54:55.340

Gedanken im Vorfeld zu machen oder aber auch ganz spontan dazu zu kommen, denn

00:54:55.340 –> 00:54:58.820

bei uns gibt es erst mal kein richtig oder falsch, sondern wir greifen die

00:54:58.820 –> 00:55:04.060

Punkte auf und hangeln uns dann sozusagen im Austausch entlang und

00:55:04.060 –> 00:55:07.300

manchmal kommen ja auch Fragen auf, manchmal werden nicht alle Fragen

00:55:07.300 –> 00:55:11.300

beantwortet, die lassen wir einfach mal nachwirken und ähnliches. Insofern ist

00:55:11.300 –> 00:55:14.940

das glaube ich ein ein schöner Raum, wo wir hier im Austausch wirklich das eine

00:55:14.940 –> 00:55:18.900

oder andere entwickeln können. Und je mehr Perspektiven wir haben, desto mehr können

00:55:18.900 –> 00:55:23.040

wir auch angedockter daran entwickeln. Denkt auch nicht so nach dem Motto, das ist gar

00:55:23.040 –> 00:55:26.820

nicht so wichtig, was ich jetzt sagen würde, in Anführungsstrichen. Denn wir haben das

00:55:26.820 –> 00:55:31.020

ja auch schon oft erlebt, diese Situation, dass der eine irgendwas gesagt hat, dadurch

00:55:31.020 –> 00:55:35.600

irgendwelche Erinnerungen bei dem anderen aufgekommen sind etc., sodass dann Beispiele

00:55:35.600 –> 00:55:39.540

aufgegriffen wurden, an die man vielleicht im Vorfeld gar nicht gedacht hätte, aber

00:55:39.540 –> 00:55:44.180

dann unglaublich bereichernd eben für

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diesen Austausch gewesen sind, um dann

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eben auch vor dem Hintergrund der

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Reflexion, die wir hier gemeinsam

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vornehmen, dann entsprechend auch

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Zwischenerkenntnisse festzuhalten im

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Austausch miteinander und nicht, dass

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irgendjemand jetzt sozusagen irgendwelche

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Fragen beantworten müsste oder ähnliches.

00:56:01.020 –> 00:56:04.460

Also von daher freue ich mich einfach,

00:56:04.460 –> 00:56:07.540

wenn wir hier auch motivieren können

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sozusagen dazu, dass wir auch gerne neue weitere Gesichter auf der Bühne

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kennenlernen dürfen und wir haben ja ganz oft Personen im Raum, wo wir zwar

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sehen, dass das immer wieder die gleichen Leute sind häufig, aber wo wir überhaupt

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gar kein Gefühl dafür haben, wer steckt denn eigentlich dahinter, wer verbirgt

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sich dahinter, dass wir euch eben auch besser kennenlernen können.

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In diesem Sinne, ich wünsche euch was und freue mich auf morgen auf das Thema

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denken und lernen. Bis dahin, ciao!